Neemöl – natürlicher Schutz für Pflanzen, Mensch und Tier

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Die Heilkraft des Neembaumes

Neemöl ist ein jahrtausende altes Heilmittel. Es wird von der Antike bis in die Neuzeit gleichermaßen von den Menschen geschätzt. Die Anwendung des Öls ist sehr vielseitig. Durch seine antibakterielle Wirkung ist Neemöl eine Art natürliches Antibiotikum. Gleichzeitig weisen seine bioaktiven Inhaltsstoffe viele heilungsfördernde Eigenschaften auf. Davon profitieren in der Anwendung Pflanzen, Tiere und Menschen. Aufgrund der Hochwirksamkeit des Öls, sollte bei der Verwendung an Lebewesen unbedingt auf die richtige Dosierung geachtet werden. Sollten Sie empfindlich auf ätherische Öle und Pflanzenkosmetik reagieren, empfielt es sich vorsichtig mit der Anwendung zu beginnen. Es ist gut, sich langsam an die Wirkweise heran zu tasten. Unter Beachtung der richtigen Einsatzgebiete und Dosierung, lassen sich mit Neemöl erstaunliche Ergebnisse in der natürlichen Hautpflege erzielen. Ebenso ist Neemöl zum Schutz von Pflanzen und Tieren vor unerwünschten Insekten, hervorragend geeignet. Wenn Sie sich zum ersten Mal mit der Mischung selbst hergestellter Produkte zur Körperpflege beschäftigen, lassen sich mit Neem erste Erfahrungen sammeln. Mit den Pflanzenbestandteilen des Neembaumes, stehen dem Anwender verschiedene Heilmittel zur Verfügung, welche schon in den alten Sanskrit-Schriften Erwähnung finden. Eines dieser Heilmittel ist natürliches Neemöl – als besonderes Elexier zur Pflege der Haut und zum Pflanzenschutz.

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Herkunft und Herstellung

Ursprünglich wächst der Neembaum in Indien. Hier sind die verschiedenen Bestandteile des Baumes auch am längsten bekannt. Neemprodukte sind wichtige und anerkannte Heilmittel im Ayurveda. Im Rahmen dieser traditionellen indischen Heilkunde wurden die besonderen Fähigkeiten und Heilkräfte vom Öl des Neembaumes intensiv erforscht. Der Neembaum gehört zur Familie der Mahagonihölzer. Von diesen Hölzern ist bekannt, dass sie selten und edel sind. So wertvoll wie seine Anmutung, sind auch die Samen des Neembaums. Sie bestehen zu 40% aus dem kostbaren Öl. Es wird durch Trocknung und anschließende Pressung der geernteten Samen gewonnen. Zunächst werden diese aus der Frucht heraus geholt. Anschließend werden die Samen getrocknet und zermahlen. Dann kann das Öl heraus gepresst werden. Neembäume erreichen eine Höhe von bis zu 40 Metern. Sie werden bis zu 200 Jahre alt. Die erste und direkte Pressung der getrockneten Früchte ist die Kaltpressung. Das hierbei gewonnene Öl trägt als Qualitätsmerkmal die Bezeichung „nativ“. Das bedeutet soviel wie „naturbelassen und rein“. In anderen Verfahren zur Ölgewinnung finden Erhitzungsvorgänge statt. Im Kaltpressverfahren können sich die wertvollen Inhaltsstoffe und positiven Eigenschaften des Öls am besten entfalten. Zur Sicherung der Qualität wird das hochwertige Öl anschließend in lichtgeschützte Behälter abgefüllt und erst dann zur Lagerung und für den Weiterverkauf bereitgestellt. Der Neembaum wird inzwischen auch in Afrika, Australien und in Teilen von Amerika kultiviert. Als Zier- und Nutzpflanze ist er gleichermaßen beliebt. Der Neembaum ist ein stark anmutender Baum mit einem kräftigen Wuchs. Die Äste wachsen von einer stabilen Basis aus in den Himmel. Die Blätter sind eher trocken und fest. Die Früchte sind bei der Ernte grün und die Kerne innerhalb des Fruchtfleisches, haben nach der Trocknung eine helle gelbliche Farbe. In Indien und insbesondere innerhalb hinduistischer Rituale und Traditionen, spielt der Neembaum eine wichtige Rolle. Fast alle Pflanzenbestandteile werden für ihre Heilkraft geschätzt. Die Menschen verbinden sich mit dem Neembaum, dessen Blättern eine glücksbringende Wirkung zugeschrieben wird. So werden diese zum Beispiel am indischen Neujahrstag einem Bad zugefügt. Dies soll Glück und Schutz für das neue Jahr bringen.

Ernte und Herstellung

Nach 4 Jahren trägt der Neembaum erstmalig Früchte. Von da an steigert sich der Ertrag. Nach etwa 10 Jahren ist ein Höhepunkt erreicht. Der Baum stellt dann 40-50 kg Früchte zur Ernte bereit. Im natürlichen Kreislauf werden diese von Tieren gefressen, die die Samen wiederum ausscheiden. Der durch den Verdauungsvorgang vermentierte Samen ist nun zur Keimung bereit. Auf diese Weise vermehrt sich der Neembaum und die Verbreitung über einen größeren Umkreis ist gesichert. Der Neembaum ist immergrün. Er benötigt für sein gesundes Wachstum viel Feuchtigkeit. In Zeiten von Dürre ist er in der Lage, durch das Abwerfen von Blättern den eigenen Wasserhaushalt zu regulieren. Auf diese Weise schützt sich der Baum vor Trockenheit. Die Erntezeit für die Früchte des Neembaums ist von Januar bis April. Die an diese Zeit anschließenden heißen Sommermonate, begünstigen eine rasche Trocknung der Samen in Vorbereitung zur Weiterverarbeitung. Das fertige Öl hat eine rost-bräunliche Farbe und einen typischen, intensiven Eigengeruch. Es enthält wie auch die Frucht des Neembaums Bitterstoffe. Die Konsistenz ist dick und zähflüssig. Darum ist bei der Dosierung von Neemöl zu beachten, eine Pipette von ausreichender Größe zu verwenden. Bei der Herstellung des Öls fallen Reste von Pflanzenteilen als Abfallprodukt an. Diese finden Verwendung zur Herstellung von Mulchpräparaten zur Pflege des Bodens. So können Pflanzen auch über die Wurzeln zusätzliche Nährstoffe aus den Extrakten des Neembaumes aufnehmen.

Wirksame Bestandteile von Neemsamen

Hauptsächlicher Wirkstoff ist das in den Samen enthaltene Azadirachtin. Daher stammt auch die botanische Bezeichnung der Neembaum-Samen als „Azadirachta indica“. Dieser Stoff hat eine hormonähnliche Wirkung und wird von Schädlingen die Pflanzen, Menschen oder Tiere befallen, nicht vertragen. Das Azadirachtin aktiviert auf der Haut oder der Ast- und Blattoberfläche von Pflanzen, eine Art Schutzfilm. Sie werden damit vor allem vor stechenden und beißenden Angreifern geschützt. Gleichzeitig hat das Azadirachtin eine hemmende Wirkung auf die Fähigkeit zur Fortpflanzung von Schädlingen. Diese verhütende Wirkung konnte auch in der Anwendung am Menschen beobachtet werden. Schwangere Frauen und Menschen mit Kinderwunsch sollten deshalb auf die körperliche Anwendung vorsichtshalber verzichten. Wie alle medizinähnlichen Stoffe, die eine große Potenz hisichtlich ihrer Wirksamkeit aufweisen, sollte das Öl achtsam und immer nur über einen begrenzten Zeitraum angewendet werden. Werden diese Voraussetzung für die Verwendbarkeit beachtet, können gute Ergebnisse auf naturheilkundlicher Basis bei der Bekämpfung von Schädlingen erreicht werden.

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Die Eigenschaften des Öls

Der besondere Vorteil liegt in seinen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Neben der Fähigkeit Schädlinge fern zu halten, beinhaltet das Öl wunderbare, die Haut kräftigende und pflegende Komponenten. Der Geruch des Öls ist etwas streng und gewöhnungsbedürftig. Dass Neemöl grundsätzlich verdünnt angewendet werden soll, kommt dem sehr entgegen. Bei der Herstellung einer Lösung oder Ölmischung, wird der Geruch gemildert. Die positige Wirkung von Neem kann verstärkt werden. Insbesondere in Kombination mit Zitrusölen. Da von Neemöl immer nur kleine Mengen benötigt wird, ist es extrem ergiebig und sehr sparsam im Verbrauch. Somit ist die Verwendung von Neemöl auch eine Möglichkeit, auf eine achtsame und nachhaltige Weise mit natürlichen Ressourcen umzugehen.

Die richtige Dosierung und unterschiedliche Anwendungsbereiche

Achten Sie grundstätzlich darauf, dass zur Verwendung des Öls als Naturkosmetik, eine Menge von 2-3% des Öls im fertigen Produkt vollkommen ausreichend ist. Zum Pflanzenschutz genügen wenige Tropfen, um in Verdünnung mit einem Liter Wasser auf die Pflanze aufgebracht zu werden. Hierzu können Sie eine Sprühflasche verwenden. In etwa dem gleichen Verhältnis können Lösungen zur Behandlung von textilen Oberflächen, Betten und Polstern hergestellt werden. Hierbei können sie zusätzlich noch den Saft einer Zitrone hinzufügen. Dies ist eine hervorragende Maßnahme, um Schädlinge fernzuhalten. Wenn Sie mit Haustieren zusammen leben, ist diese Methode eine wirkungsvolle Hygienemaßnahme um Milben, Flöhen und Ungeziefern vorzubeugen und von Haustieren und sich selbst fernzuhalten. Auch einen möglichen Befall können Sie so wieder los zu werden. Bitte beachten Sie, dass zur Anwendung am Tier ganz unterschiedliche Ansichten und Meinungen existieren. Es ist sinnvoll, sich vorab ausführlich zu informieren, inwiefern Neem zur Fellpflege am jeweiligen Haustier geeigenet ist.

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Natürliche Pflege

Für den menschlichen Organismus kann das Öl des Neembaumes vor allem in selbst hergestellten Produkten zur Haar- und Körperpflege Verwendung finden. Das Geheimnis der langen und glänzenden Haare von Inderinnen ist sicherlich darin begründet, dass der Neembaum auf dem indischen Kontinent zu Hause ist. Wer eine natürliche Lotion zum Schutz vor Mücken und anderen Insekten herstellen möchte, kann auf die Wirksamkeit von Neem zurück greifen. Mischen Sie einfach die entsprechende Menge in ein Basisöl, wie z.B. Jojoba- oder Olivenöl. Sie können zusätzlich einige Tropfen ätherisches Mandarinen- oder Zitrusöl hinzufügen. Damit wird die insektizide Wirkung verstärkt und es ergibt sich ein angenehmer Duft. Auch für die zugesetzten ätherischen Öle gilt es, diese entsprechend vorsichtig zu dosieren. Ätherische Öle sind immer auf die individuelle Verträglichkeit zu prüfen. Wenn Neemöl über einen Zeitraum von zwei Wochen regelmäßig angewendet wurde, wird empfohlen eine Pause einzulegen. Es kann auch als zusätzlicher Wirkstoff zu fertigen Pflegeprodukten hinzu gegeben werden. Der Vorteil einer eigenen Herstellung ist stets die Transparenz. Hinsichtlich der Inhaltsstoffe und deren Wechselwirkung miteinander haben Sie selbst den Überblick. Dies gilt es auch in der Naturkosmetik immer zu beachten. Bei der Anwendung zum Pflanzenschutz wird die fertige Lösung am besten gegen Abend nach dem Gießen auf die Pflanze aufgebracht. Nach zwei Tagen wird der Vorgang wiederholt. Zwei Wochen später kann auf die gleiche Weise eine zweite Benetzung der Pflanze mit der fertigen Lösung erfolgen.

Verwendung der Küche

Bei der innerlichen Anwendung von Pflanzenbestandteilen des Neembaumes, wird vor allem auf die Blätter zurück gegriffen. Diese haben andere Bestandteile als das Öl der Samen und sind in ihrer Zusammensetzung für die innerliche Anwendung besser geeignet. Die innerliche Anwendung von Neem sollte in Zusammenarbeit mit erfahrenen Ayurvedatherapeuten erfolgen und vorsichtig begonnen werden. in der indischen Heilkunde sind verschiedene Einsatzgebiete bekannt, die auf eine große Heilkraft von Neemextrakten schließen lassen. Die Abwägung von Sinn und Nutzen einer Behandlung sollte immer individuell erfolgen.

Kaufen und lagern

Neemöl ist in unterschiedlichen Qualtitäten erhältlich. Es werden sowohl fertige Präparate als auch reines Neemöl auf dem Markt angeboten. Wie bei allen bioaktiv wirksamen Naturprodukten, lohnt es sich auf die beste Qualität zu achten. Um die gewünschten Heilerfolge zu erzielen, ist dies ein wichtiger Faktor. Im Folgenden finden sie zwei Produktbeispiele, bei denen Herstellungsprozess und Verpackung des Öls einem hohen Qualitäsanspruch entsprechen. Die angebotenen Öle sind kaltgepresset, naturbelassen und lichtgeschützt verpackt. Das Preisleistungsverhältnis ist bei beiden Produkten gut. Es wurden zwei unterschiedliche Abfüllmengen für Sie ausgewählt. Für den Anfang empflielt sich eine kleinere Menge, da es so ergiebig in der Anwendung ist. So verhindern Sie ein ranzig werden des Öls. Lagern Sie Neemöl zu Hause stets trocken und lichtgeschützt. Gegen hohe Temperaturen ist das kaltgepresste Öl relativ hitzebeständig.

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In diesem Youtube Video sind die wichtigsten Produkteigenschaften und Anwendungsmöglochkeiten von Neemöl anschaulich zusammengefasst.

Fazit

Nicht zuletzt ist die Verwendung von Naturprodukten eine Maßnahme, welche den natürlichen Kreislauf begünstigt und die Natur in ihrem gesunden Wachstum unterstützt. Wer bei der Körperpflege und in Haus und Garten auf selbst hergestellte und natürliche Stoffe zurück greift, leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt. Der Mensch ist ein Organismus, der in einer gesunden wechselseitigen Beziehung verschiedener Mikroorganismen, über enorme Selbstheilungskräfte verfügt. Neemöl leistet einen wertvollen Beitrag zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Gesundheit. Das gleiche gilt für Tiere und Pflanzen sowie deren Umgebung. Der Einsatz des Öls fördert die Erhaltung eines guten und natürlichen Gleichgewichts. Eigene Erfahrungen in der Herstellung von Naturkosmetik, können dabei helfen, zur eigenen Natürlichkeit zurück zu finden. Die Herstellung von naturkosmetischen Produkten ist eine archaische Erfahrung und es ist gut, sich Zeit und ausreichend Ruhe dafür zu gönnen. Die Intensität mit der Sie sich einer Sache widmen, ist für die Genauigkeit eigener Beobachtungen entscheident. Sorgen Sie stets für einen sauberen Arbeitsplatz und dafür, dass sie während der Dosierung der einzelnen Komponenten ungestört sind. Manche Öle haben auch färbende Eigenschaften. Tragen Sie daher eine Schürze zum Schutz ihrer Kleidung. Achten Sie auf saubere Hände und verwenden Sie zur Abfüllung bevorzugt Flaschen aus dunkel gefärbten Glas, die zuvor abgekocht wurden. Verwenden Sie Pipetten zur genauen Dosierung und benutzten Sie eine eigene Pipette für jede Rohsubstanz.
Das Experimentieren mit dem Mischen von verschiedenen Ölen, ist eine sinnliche und entschleunigende Erfahrung. Erlebnisse dieser Art tragen dazu bei, im eigenen Alltag Geduld und Vertrauen in natürliche Vorgänge zu entwickeln. Natürliche, selbst hergestellte Produkte stärken die Selbstheilungskräfte. Zuhause sorgen sie für ein verbessertes Raumklima. Insbesondere bei Pflanzen innerhalb der Wohnung sind natürliche Pflegemittel immer eine gute Wahl. Der Neembaum ist auch die Verbindung zu einer anderen Kultur. Bei der Herstellung eigener Produkte aus Neem, erleben Sie die Wertschätzung dafür, dass dieser Baum uns seine Heilkraft auch in unserem kulturellen Raum zur Verfügung stellt. Die Eigenschaften des Neembaumes sind einer der wichtigsten Gründe für die hervorragende Wirkkraft und die Förderung von Gesundheit bei der Anwendung. Dazu gehören vor allem Langlebigkeit und Stabilität.