Palmöl das umstrittenste Pflanzenöl

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Über kein Öl wird weltweit so kontrovers diskutiert, wie über das Palmöl. Das beliebte Öl ist für uns Menschen zwar zu einem unverzichtbaren Gut geworden, bringt dafür aber viele Opfer mit sich.
Wieso spielt Palmöl überhaupt eine enorm große Rolle weltweit und weshalb gibt es eine so hohe Anzahl an Gegnern des Öles?

HERKUNFT

Das besondere pflanzliche Öl wächst ausschließlich in tropischen Gebieten, also hauptsächlich in Regenwaldnähe. Seinen Ursprung hat es in Westafrika. Durch die europäische Kolonialisierung gelang es auch nach Indonesien und Malaysia. Heute wird es fast ausschließlich in diesen beiden Ländern gewonnen. Mit 84,4 Prozent führen die beiden Nationen den Weltmarkt des pflanzlichen Öles an. Zu weiteren Nationen, in denen das Öl gewonnen wird, zählen Thailand, Kolumbien und Nigeria.
Weltweit, mit einem Anteil von 30 Prozent, ist Palmöl, noch vor Sojaöl, das am meisten angebaute Öl.
Das besondere, pflanzliche Öl konnte in den letzten Jahren einen immensen Wachstum erlangen. Das liegt nicht zuletzt an der hohen Nachfrage. Im Jahre 2001 wurden noch 24,8 Millionen Tonnen Öl gewonnen, im Jahr 2014 waren es schon 57,3 Millionen Tonnen.

ERNTE

Das besondere Öl wird aus Früchten der Palmölpalme gewonnen. Diese Palmen sind Verwandte der Kokospalme, ihr Ertrag ist aber in etwa doppelt so hoch. Mit einer Höhe von bis zu 30 Metern ist die Palmölpalme eine sehr hohe Palme. Jede einzelne von ihnen besitzt ca. 30-50 Blätter, die in etwa 2 Meter lang sind. Ab ihrem dritten Lebensjahr kann die junge Palme das erste Mal Früchte tragen. Diese Früchte zählen zu den Steinfrüchten und sind ungefähr so groß, wie eine Walnuss Mit ihrer orange-roten Farbe sind sie sehr auffällig. Ihr ebenfalls orange-rotes, fettes Fruchtfleisch umhüllt den Kern der Frucht. Ungefähr 1500 Früchte wachsen in einem sogenannten Büschel.
Die Palmölpalme wächst ausschließlich in tropischen Klimagebieten. Daher benötigen sie ein konstantes, warm bis heißes Klima von täglich mindestens 26 Grad. Eine weitere Bedingung ist ein nährstoffreicher, tiefgründiger Boden.

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Um eine Palme möglichst erträglich zu machen, müssen jährlich unproduktive Blätter abgeschnitten werden. Die Palmölpalmen sind einer sehr hohen Schädlingsbedrohung ausgesetzt, weshalb in modernen Palmölplantagen die Schädlingsbekämpfung gezielt durch Stamminjektionen vorgenommen wird.
Die Palmölfrüchte haben keine bestimmte und feste Erntezeit, da die Palmen das ganze Jahr über Früchte produzieren. Um die Früchte zu erhalten, werden mit an langen Bambusstäben befestigten Sicheln, die Büschel, die meist hoch oben wachsen, durchtrennt. Diese Methode funktioniert vor allem bei jüngeren und noch etwas kleineren Palmen. Bei den noch höher wachsenden, müssen Arbeiter in die Wipfel der Palmen klettern und die Büschel mit scharfen Messern durchtrennen.
Eine einzige Palme kann um die 100 Jahre alt werden. Auf Plantagen werden die Palmen aber mit ca. 25 Jahren gegen Jüngere eingetauscht, da sie meist im hohen Alter weniger erträglich werden.

HERSTELLUNG

Um das besagte Palmöl zu erhalten, muss jede einzelne Frucht erst einmal mit Dampf sterilisiert werden. Dadurch wird der Fettsäuregehalt niedrig gehalten und kann in jeder Küche problemlos verwendet werden.
Anschließend wird aus dem fetten, sehnigen Fruchtfleisch das Öl gepresst. Dieses hat ebenso eine orange-rote Farbe, da das Fruchtfleisch einen immens hohen Carotingehalt aufweist. Für die meisten Fertigprodukte wird das Öl aber noch einem weiteren Prozess unterzogen, dem Bleichen.

Auf dem weltweiten Markt, besteht ein sehr hoher Bedarf an Palmöl. Diesem kann nur Stand gehalten werden, indem noch mehr Plantagen gebaut werden, bzw. die vorhandenen Plantagen erweitert und vergrößert werden. Da Palmölplantagen allerdings hauptsächlich in Regenwaldnähe erträglich sind, muss für die Plantagen der Regenwald mehr und mehr weichen.

Dies hat natürlich zur Folge, dass sich das ganze Klima weltweit verändert und noch stärker verändern wird. Allein durch die Produktion wird weltweit Methan in Höhe von 135 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Das entspricht einem jährlichen Ausstoß der Nationen Kolumbien, Tschechien, oder Belgien. Durch die Herstellung entstehen je produzierter Tonne des Öles 18 Tonnen Abwasser, bestehend aus Ölbestandteilen und anderen organischen Substanzen. Dieses Abwasser wird in künstlichen Seen gelagert.

Dort muss es ca. 2 Monate verweilen, während verschiedenste Mikroorganismen die Bestandteile zerfressen. Durch diesen Prozess entsteht abermals so viel Methan, dass die Luft um und über den Seen hochentzündlich sind und ein enorm hohes Brandrisiko besteht.
Des Weiteren wird die pflanzliche und tierische Artenvielfalt immens beschnitten. In kaum einem anderen Gebiet leben so viele exotische und vorm Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere. Diesen wird mehr und mehr ihr Lebensraum genommen. Vor allem leiden darunter die Orang-Utan Affen, aber auch die Tiger, die in freilaufend kaum noch existieren.

Doch nicht nur Klima, Umwelt, Pflanzen und Tiere müssen unter den Palmölplantagen leiden. Auch ethnische Völker und Ureinwohner der tropischen Regenwälder, die seit hunderten und tausenden Jahren dort leben, verlieren ihren Lebensraum. Oftmals werden ihre Hütten und Stätten einfach überrollt, und niedergebrannt. Einigen von ihnen bietet man zwar eine Arbeit auf den Plantagen an, doch werden sie dort oftmals extrem ausgenutzt. Ihre Familien können sie meist nicht mehr ernähren.
Weshalb wird Palmöl trotz alledem weiter in solchen Massen produziert? Wieso ist es weltweit so bedeutsam?

palmoel-schoko-cremeINHALTSTOFFE UND DEREN WIRKUNG

In Palmöl finden sich vor allem drei wichtige Inhaltsstoffe wieder, die für den Menschen sehr wichtig sind.

Coenzym Q10

Das Coenzym Q10 sorgt vor allem für ein sehr junges Hautbild. Darüber hinaus unterstützt es den gesunden und gut funktionierenden Herz-Kreislauf, sowie ein starkes Immunsystem. Des weiteren sorgt es für gesunde Nerven und Nervenzellen.

Vitamin E

In dem pflanzlichen Öl befindet sich eine Menge an Vitamin E in Form von Tocotrienol. Vitamin E sorgt ebenfalls für einen gesunden und jungend Teint und fördert eine schnelle Narbenheilung. Kleinere Narben können mit Hilfe des Öles sogar ganz verschwinden. Glänzende und seidige Haare sind ein Anzeichen für einen guten Vitamin E Haushalt, das besondere Pflanzenfett kann unterstützend dafür mitwirken.
Vitamin E ist vor allem auch dafür bekannt, dass es die menschlichen Zellen vor Krebserkrankungen schützt. Auch im Kampf gegen Alzheimer, sowie zur Vorbeugung von Alzheimer, soll Vitamin E kleine Wunder vollbringen können.

Beta-Carotin

Der Carotingehalt in Palmöl ist ca. 15 Mal so hoch, wie in Karotten und 50 Mal höher als in Tomaten. Damit ist das Pflanzenöl aus dem Regenwald das Nahrungsmittel mit dem höchsten Carotingehalt. Carotin ist ein sehr wichtiger und unterschätzter Nährstoff. Zunächst einmal wirkt er allgemein entzündungshemmend. Dazu kommt, dass Beta-Carotin zu einer besseren und effizienteren Hirnfunktion beisteuert. Des Weiteren kann Carotin sämtliche Herzerkrankungen vorbeugen. Genauso sinkt es das Schlaganfall- und Herinfarktrisiko. Außerdem wird Carotin ebenfalls nachgesagt, es könne vor Krebserkrankungen schützen. Beta-Carotin ist besonders wirksam in Kombination mit Fetten und Ölen. Das macht das Pflanzenöl zu einem sehr wirksamen Stoff.

ANWENDUNG

Palmöl wird in vielen Bereichen genutzt und angewendet. Zu den größten Bereichen zählen die Nahrungsmittelindustrie, Reinigungs- und Waschmittelindustrie, sowie in der Kosmetik und der Energie.

Das Öl aus dem Regenwald in der Nahrungsmittelindustrie

Dadurch, dass das besondere Pflanzenöl sehr hitzebeständig ist, wird es häufig und gerne zum kochen, braten und frittieren genutzt. Das Öl ist ein Hauptbestandteil von Margarine, wodurch diese sehr leicht schmelzen kann. Ebenso gerne wird es für Kakaoglasuren, Schokoladenfüllungen und Karamell genutzt. Das Pflanzenöl ist nahezu cholesterinfrei und daher sehr beliebt. In nahezu jedem Fertiggericht ist das Pflanzenöl enthalten, wie beispielsweise in Pizza und Eis. Eines der Nahrungsmittel, welches über einen immens hohen Anteil von Palmöl verfügt, ist Nutella.

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  • für die afrikanische und asiatische Küche / ist hitzestabil
  • zeichnet sich durch seine rot-orangefarbene, natürliche Tönung und charakteristischen Geschmack

Meist ist das Öl allerdings auf Verpackungen oder Etiketten nicht wiederzufinden, da es als solches nicht erkenntlich gemacht werden muss. Meistens wird es unter allgemein gehaltenen Begrifflichkeit, wie „Pflanzenöl“, oder „pflanzliches Fett“ versteckt. Viele Nahrungsmittelhersteller wollen auf Grund seiner Eigenschaften, aber auch wegen seiner Preiswertigkeit nicht mehr auf Palmöl verzichten. Wer es als Käufer hingegen tun möchte, sollte auf die angegebenen Herkunftsländer der „pflanzlichen Fette“ achten. Diese müssen nämlich angegeben werden und bieten Aufschluss darüber, ob sich hinter dem „pflanzlichen Fett“ tatsächlich Palmöl versteckt, oder ein heimisches Öl, wie beispielsweise Rapsöl.

palmoel-plantageDas Öl aus dem Regenwald als Energiequelle

Das besondere Pflanzenöl kann sehr gut als Dieseltreibstoff dienen. Dadurch würde ein ständiger, hoher Co2- Ausstoß der Kraftfahrzeuge deutlich verringert werden können. Zur Zeit wird der Dieseltreibstoff in Europa hauptsächlich durch Rapsöl ersetzt. Palmöl hingegen ist bis zu drei Mal erträglicher als das Rapsöl. Aus einem Hektar angebautem Raps, können jährlich 1,5-2 Tonnen Kraftstoff gewonnen werden. Ein Hektar angebauter Palmölpalmen geben jährlich hingegen 4-6 Tonnen Kraftstoff her.

Das Öl aus dem Regenwald in der Reinigungs- und Waschmittelindustrie und der Kosmetik

Palmöl ist ein äußerst wichtiger Bestandteil der Tenside-Herstellung in Reinigungs- und Waschmitteln. Durch seine verschiedensten Eigenschaften macht das Öl Shampoos, Duschgels und Seifen schäumend und Cremes, Lippenstifte, sowie Make-Ups geschmeidig und sanft. Darüberhinaus ist das besondere Pflanzenöl geruchsneutral und verfügt über die in der Kosmetik wichtige Eigenschaft des Hautglättens und der Pflege. Palmöl ist somit ein unverzichtbares Produkt in der gesamten Pflege und Kosmetik. Das besondere Pflanzenöl ist durch andere Öle schwer ersetzbar, da kaum eines so hochwertig wirkt. Mitteleuropäische Öle sind technisch nicht geeignet für die Herstellung sämtlicher Pflege- und Beautyprodukte. Auch auf Grund seiner Preiswertigkeit, ist das tropische Pflanzenöl ein enorm beliebter Stoff.

Leider muss das Pflanzenöl weder in der Waschmittelindustrie, noch in der Kosmetik deklariert werde. Somit ist es auch für den Käufer kaum möglich einzusehen, welches Produkt das Öl aus dem Regenwald enthält und welches nicht.

STUDIEN ZU PALMÖL

Eine von vielen Studien wurde 2010 in der Ohio State University getätigt. Sie belegt, dass das tropische Pflanzenöl die reichste Vitamin E Quelle weltweit ist, da es einen enormen Anteil an E alpha- Tocotrienol enthält. Dieser hohe Vitamin E Gehalt bewirkt eine antioxidative Kapazität, die wiederum dazu führt, dass Schäden menschlicher Zellen repariert werden können.
Eine weitere Studie wurde 2011 in Malaysia unternommen. Diese Studie hat ebenfalls die Inhalsstoffe des Palmöls näher untersucht. Dabei sind die Forscher auf Phenol gestoßen. Diese haben eine ausschließlich positive Wirkung auf den menschlichen Herz-Kreislauf.

NEBENWIRKUNGEN

Trotz der positiven Forschungsergebnisse und der einzigartigen Fähigkeiten des Pflanzenöls, können bei Verzehr des Öls auch Nebenwirkungen auftreten. Alles in allem ist Palmöl jedoch nicht als gesundheitsschädigend einzustufen.
Das tropische Öl weist einen sehr hohen Gehalt an Fettsäuren auf. Diese können, Medizinern nach, zu einer erheblichen Verschlechterung der LDL-Cholesterin Werte führen. Verschlechterte LDL-Cholesterin Werte wiederum können der Einstieg einer Erkrankung an Diabetes sein. Des Weiteren kann ein Übermaß an Fettsäuren genauso zu enormen Verschlechterungen der Blutfette führen. Dies wiederum schädigt die Gefäßwände des Menschen nachhaltig. Somit wächst auch das Risiko eines Herzinfarkts, oder Schlaganfalls.

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Ein Versuch an Tieren soll außerdem zu der Erkenntnis geführt haben, dass ein übermäßiger Verzehr der Fettsäuren zu Krebsgeschwüren und Tumoren führen kann.
Fest steht tatsächlich, dass das starke Erhitzen der Fettsäuren gesundheitsgefährdende Stoffe hervorruft, zum einen Glycidyl und zum anderen 3-MCPD. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft diese Stoffe als krebserregend ein.

DOSIERUNG

Wie bereits erwähnt ist Palmöl, trotz der erschreckenden Nebenwirkung, nicht gesundheitsschädigend. Sie sollten lediglich bewusster mit dem Thema umgehen und das tropische Pflanzenöl in Maßen verzehren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, dass jegliche Fettsäuren in der gesamten Ernährung eines Menschen mit nur etwa 7-10 Prozent enthalten sein sollten. Ein gesunder Mensch sollte am Tag 2000 Kalorien zu sich nehmen. Bei einem solchen Bedarf, wären also 20 Gramm gesättigte Fettsäuren am Tag empfehlenswert.

Nicht zu vergessen ist, dass das pflanzliche Öl kein Schlankmacher ist. Wer also zusätzlich auf seine Figur achtet, sollte wissen, dass 100 Gramm des tropischen Öles in etwa 900 Kalorien entsprechen und somit die Hälfte des täglichen Gesamtbedarfs an Nahrung ausmacht.
Dazu kommt erschwerend das große Umweltproblem, welches durch die Herstellung des Öles entsteht. Wer also auch ein bisschen auf seiner Umwelt achten möchte, könnte seinen Palmölverbraucht bewusst ein wenig herunter schrauben.

KAUFEN

Palmölprodukte sind überall und meist sehr preiswert erhältlich. Wer jedoch umweltbewusster sein möchte, sollte bei jedem Produkt auf die Verpackung schauen. Palmöl welches dort als „natives Palmöl“ angegeben wird, stammt aus biologischem und ökologischem Anbau. Dem entsprechend enthalten diese Produkte auch mehr ursprüngliche Inhaltsstoffe, als andere, herkömmliche Produkte und erzielen bessere Wirkungen.
Im Handel existieren kaum Alternativen zu Palmöl. Das selber Herstellen von Waschmitteln, Cremes, und Duschgelen ist allerdings eine aufwändige und zeitraubende Tätigkeit und nicht für jedermann umsetzbar. Daher ist es für Sie und die Umwelt schon ein großer Fortschritt, wenn Sie sich bewusster mit dem Thema auseinander setzten und eventuell auf das ein oder andere, weniger notwendige Produkt im Alltag verzichten.

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